Skip to Content

Antisemitismus im Black Metal

Vortrag von Dr. Niels Penke, Uni Siegen

Montag, 11. November 2019, 20 Uhr 

UJZ Kornstr. , Kornstraße 28-32, 30167 Hannover

Der Vortrag möchte die Anschlussfähigkeit faschistischer und antisemitischer Vorstellungen gerade im Black Metal erörtern und anhand zentraler Beispiele seine Funktion diskutieren.

So großartig viele Formen des Metals sein mögen, so problematisch sind viele seiner Inhalte und die dabei verwendeten Darstellungsweisen. Die häufig irrationale Begeisterung für einfache gut/böse-Schemata und Verklärungen vormoderner Zustände sind ebenso weit verbreitet wie männlich-martialische Inszenierungspraktiken von Musikern und menschenverachtende Lyrics und Albumcover. Doch die meisten dieser Fantasien und Praktiken bleiben Fiktion und Schauspiel; sie beanspruchen keine Wirkung auf das Leben. Doch Anfang der 90er Jahre kommt ein Aktionismus in den Metal, den es weder davor noch danach so gegeben hat. Zahlreiche Kirchenbrandstiftungen und einige Morde waren die Folge. Diese zunächst politisch noch ungerahmten Ereignisse wurden vor allem von Varg Vikernes, Musiker der Band Burzum, nach und nach in das Narrativ eines Kulturkampfes integriert, der den Black Metal für verschiedene explizit rechte Positionen geöffnet hat. Dass heute faschistisches Denken, antisemitische Bilder und Argumentationsstrategien im Black Metal weit verbreitet sind, ist im wesentlichen Vikernes zu verdanken. Diese werden jedoch nicht nur bei unverhohlen als NSBM (Nationalsozialistischer Black Metal) auftretenden Bands offenkundig, sondern auch bei anderen, sich oft als ,unpolitisch’ bezeichnenden Bands.