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August der Starke und Sachsens Gloria

Es gibt kaum jemanden, der noch nicht von August dem Starken gehört hätte, aber nur sehr wenigen fällt zu ihm etwas Konkretes ein, abgesehen von den Mätressen natürlich.

August der Starke (1670-1733), König von Polen und Kurfürst von Sachsen, gehört zu den interessantesten Gestalten der deutschen und mitteleuropäischen Geschichte. Gleichzeitig ist er eine der am meisten verkannten und kontroversen Persönlichkeiten derselben. Der "Soldatenkönig" hielt ihn für den besten je regierenden Fürsten, die Tochter dieses Preußenkönigs bezichtigte August der Blutschande und deren Bruder, Friedrich II. von Preußen, hasste und verabscheute ihn so sehr, dass er dessen Residenz Dresden, die "Elbflorenz" und eine der prächtigsten Städte Deutschlands, gnaden- und sinnlos bombardieren ließ. Für die meisten Historiker des XIX. Jhd. war er eine politische und moralische Null, ein Buhmann und eine Lachnummer. Für die meisten seiner Zeitgenossen war er ein idealer Fürst, für einige sogar "Hercules Saxonicus".

Wir wollen in diesem Seminar herausfinden, welche "Verbrechen" bzw. Leistungen zu diesen so unterschiedlichen Beurteilungen geführt haben. Vor allem werden wir uns aber mit dem Leben und der Zeit König Augusts befassen. Wir werden mit seinem Sachsen ein schönes Kapitel der deutschen Geschichte kennen lernen, wir begleiten ihn nach Polen, wo wir eine faszinierende Variante der europäischen politischen Kultur entdecken, und wir begegnen der wahrscheinlich größten Persönlichkeit der damaligen Zeit, Peter dem Großen, der gerade sein mittelalterliches Russland nach Europa peitscht. Es darf natürlich der schwedische König Karl XII. nicht fehlen, noch eine große Persönlichkeit und Augusts größter Albtraum. Wir wollen bei all diesen Begegnungen vor allem auf zwei Aspekte achten: Kultur und Politik. Was die letzte betrifft, so werden wir uns mit drei politischen Systemen auseinandersetzen: dem Absolutismus (Sachsen, Schweden), der Adelsrepublik (Polen) und der Autokratie (Russland).

Ganz nebenbei erfahren wir zum Beispiel, wozu eine deutsch-russische Männerfeundschaft führen kann, wie eine zu stolze Mätresse endete und wie sehr wir die Geschichte mit den Augen des XIX. Jhd. sehen.

Wochenendseminar
Leitung:
  • Artur Sieg (freier Sprachlehrer; Historiker; Slawist)
Ort: Wedekindstr. 14 (Oststadt)
Kosten:
  • € 28,-- / ermäßigt € 21,--
  • mit Hannover-Aktiv-Pass € 14,--
  • 16.03.19 (Sa)
  • 11:00 - 17:45 Uhr
7 UStd. max. 15 Personen
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